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Aktuelle Informationen 

Es gibt aktuelle News aus dem Oberlausitzer Zukunftswald. In dieser Ausgabe erwartet euch:

  • Save the Date: Fachtagung „Vielfalt und Funktion - Biodiversität, Struktur und Ökosystemleistungen regionaler Wälder zwischen Wirtschaftlichkeit und Naturschutz" am 28. und 29.04.2026 im IBZ St. Marienthal (Ostritz) sowie weitere Veranstaltungstermine 
  • Entdecken, Mitmachen, Forschen, Anpacken: Unterwegs im Oberlausitzer Zukunftswald 
  • Rote Liste-Fund beim Freischneiden - Hirschzunge im Ostritzer Stadtwald entdeckt
  • Waldbewirtschaftung zwischen Natur- und Denkmalschutz - Eine forstwirtschaftlich-ökologische Exkursion an der Landeskrone
  • Wölfe, Bäume, Bodentiere - Waldkunsttage als Familienwoche
  • Oberlausitzer Zukunftswald: Bildung trifft praktischen Naturschutz
  • Die Hähersaat – natürliche Waldverjüngung mit Unterstützung des Eichelhähers
  • Der Naturwald im Hirschgrund – eine Chance für Natur und Region
  • Das Team der Initiative Oberlausitzer Zukunftswald vor Ort.
 
Pflanzaktion im Ostritzer Stadtwald © Dr. Michael Schlitt

Save the Date

"Vielfalt und Funktion - Biodiversität, Struktur und Ökosystemleistungen regionaler Wälder zwischen Wirtschaftlichkeit und Naturschutz"

Vom 28. bis zum 29. April findet im Internationalen Begegnungszentrum St. Marienthal die zweite Fachtagung im Rahmen des Projektes „Oberlausitzer Zukunftswald“ statt. Renommierte Referenten aus ganz Deutschland sprechen in drei Blöcken zu den Themen Biodiversität in Wäldern, Mooren und Waldrändern. Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten für praktische Maßnahmen in der Forstwirtschaft werden jeweils in den Themenblöcken thematisiert. Die Tagung richtet sich an Waldbesitzer, Mitarbeiter in Forstbetrieben und im hauptamtlichen Naturschutz, Wissenschaftler und Naturinteressierte.

Die Teilnahme an der Veranstaltung einschließlich der Verpflegung ist kostenlos; auf Wunsch wird eine Übernachtung in den Gästehäusern des IBZ aus Projektmitteln getragen.

 

Pflanzaktion im Ostritzer Stadtwald am 1. April 2026, 9:00-12:00 Uhr

Gepflanzt werden Eiben, Stiel-Eichen, Flatter-Ulmen und Berg-Ahorn.

Treffpunkt: Eingang zum Ostritzer Stadtwald von der Bernstädter Strasse/S129 aus.

Vogelkundliche Exkursion am 18. April 2026, 8:00-12:00 Uhr

Welche Brutvögel kommen in und um Ostritz herum vor und wie erkenne ich sie? Zusammen mit der Expertin Angelika Schröter (Naturschutzstation Neschwitz e.V.) begeben wir uns auf Spurensuche und führen eine Brutvogelkartierung entlang einer Route im Ostritzer Stadtwald und der umliegenden Landschaft durch. Dabei müssen wir nicht nur die Augen, sondern auch die Ohren offenhalten. Eine kleine Pause ist vorgesehen, Rucksackverpflegung und ein Fernglas sind von Vorteil. Die Exkursion führt teilweise über unbefestigte Wege und ist geeignet für Teilnehmer ab 10 Jahren.

Treffpunkt ist der Markplatz in Ostritz.

Anmeldung erforderlich:

Mail: ozuwa@senckenberg.de; Tel.: +49 3581 4760 5220

Die Teilnahme an der Exkursion ist kostenlos. Festes Schuhwerk und wetterfeste Kleidung wird benötigt. Die Exkursion beinhaltet waldestypische Gefahren und erfolgt auf eigene Verantwortung. 

© Sophie Heidelk

Entdecken, Mitmachen, Forschen, Anpacken: Unterwegs im Oberlausitzer Zukunftswald

Mitmach-Aktion

Pflanzspaziergang

Lernen und Entdecken – Kinder erschließen sich über ein Legespiel den Körperbau der Ameisen. © Ulrike Knoll
Kinder und Jugendliche beim Pflanzen im Hirschgrund bei Ostritz. © Ulrike Knoll

Im Mai und Juni 2025 waren wieder verschiedene Gruppen im Oberlausitzer Zukunftswald unterwegs, um unterschiedliche Organismengruppen zu untersuchen. 

Mit Studierenden der HSZG Zittau fand eine Modulveranstaltung zum Thema „Forstliche Vegetationskunde“ statt. Der erste Teil beinhaltete eine umfassende Bestandsaufnahme der Vegetation in ausgewählten Quadranten auf den Flächen im Ostritzer Stadtwald. Dabei wurden auch Proben von boden- und rindenbewohnenden Flechten und Moosen gesammelt, die dann im zweiten Teil in den Räumen der Hochschule unter fachkundiger Anleitung nachbestimmt wurden.

Ganz im Zeichen der Flechten und Moose standen auch mehrere Veranstaltungen, bei denen Schulklassen unterschiedlicher Altersstufen des Augustum-Annen-Gymnasiums Görlitz die beiden Artengruppen im Ostritzer Stadtwald unter die Lupe nahmen....

Zu einem etwas anderen Veranstaltungsformat brach eine kleine Gruppe von begeisterten Teilnehmenden Anfang November bei herrlichstem Herbstwetter in ein Waldstück bei Ostritz auf:

In einer Mischung aus Mitmach- und Pflanzaktion wurde zunächst die Vegetation entlang des Bachlaufs näher betrachtet und der Gehölzbestand erfasst. Ziel war die ergänzende Bepflanzung einer Fläche, die bereits im Herbst 2024 als erste Pflanzfläche im Rahmen der Initiative Oberlausitzer Zukunftswald bearbeitet wurde. Ein Jahr später wurden nun ca. 50 Pflanzen aus der umliegenden Naturverjüngung entnommen, um die bisherigen Ausfälle auf der Pflanzfläche infolge Trockenheit oder der übergreifenden Begleitvegetation zu kompensieren und die Vielfalt des Baumbestandes durch weitere Arten zu ergänzen. Ausgewählt wurden für den Standort passende Gehölze wie Hasel, Stiel-Eiche und Winter-Linde.

Oberlausitzer Zukunftswald: Bildung trifft praktischen Naturschutz

Schüler bei der Herstellung von Blätter-Schalen aus Modelliermasse. © Helga Zumkowski-Xylander

Pflanzaktion anlässlich der Deutschen Waldtage im September im Ostritzer Stadtwald. © Dr. Michael Schlitt

Über 100 Schüler/-innen von der Grundschule bis zur 11. Klasse nahmen nach den Sommerferien im Rahmen der Initiative Oberlausitzer Zukunftswald an Veranstaltungen und Kursen für Schulklassen des Kooperationspartners IBZ St. Marienthal (Ostritz) teil. Dabei wurde das Programm gemeinsam mit den Lehrern im Vorfeld abgesprochen und für jede Klasse entsprechend der Vorbildung, dem Leistungsstand und dem Alter der Teilnehmenden spezifisch angepasst. 

Neben den Unterrichtseinheiten in den Räumen des IBZ waren unterschiedliche praktische Module zentrale Teile der Veranstaltungen. So bestimmten und markierten die Schüler/-innen Bäume, die sich selbst auf den Flächen ausgesamt hatten. Dazu hatte das IBZ einen einfachen Bestimmungsschlüssel für den Einsatz im Wald entwickelt, der anhand von Blättern, Rinde und Früchten das Erkennen der heimischen Waldbäume vereinfacht. An anderen Tagen bastelten die Schüler/-innen Blätter-Schalen aus Modelliermasse oder fertigten Badesalz aus Fichtennadeln an.....

Waldbewirtschaftung zwischen Natur- und Denkmalschutz - Eine forstwirtschaftlich-ökologische Exkursion an der Landeskrone

Am Basaltkegel erläuterte Steffen Leder die Besonderheiten der Flora und Fauna. © Helga Zumkowski-Xylander

Am 25.10.2025 organisierte das Team vom „Oberlausitzer Zukunftswald“ eine Exkursion an der Landeskrone in Görlitz. Der Verantwortliche der Stadtverwaltung Görlitz für Stadtgrün, Steffen Leder, führte ein gutes Dutzend interessierter Görlitzer Bürger/-innen durch den Wald an ihrem Hausberg – einem Ort von besonderer regionaler und emotionaler Bedeutung, der für viele Menschen mit zahlreichen Erinnerungen verbunden ist. 

Herr Leder gab zunächst eine allgemeine Einführung in die Geologie, Geschichte und Ökologie und widmete sich anschließend vor allem den Veränderungen dieses Naherholungs- und Naturschutzgebietes. Er beschrieb seine forstlichen und naturschutzfachlichen Ansätze und Erfahrungen beim Umbau des Waldes zu einem artenreichen, klimaresilienten Wald – eine Herausforderung, weil dabei die Bestimmungen des Regierungspräsidiums Dresden eingehalten werden müssen. Denn das Naturschutzgebiet weist sowohl artenreiche Edelholzgesellschaften auf als auch freie Basaltfelsen, trockene Felsfluren und Halbtrockenrasen; sie alle müssen erhalten werden – ein ständiger Prozess von Abwägung zwischen ungestörter Entwicklung und Eingriff. Dass das Gebiet sowohl Naturschutzgebiet als auch Denkmal ist und somit verschiedenen Gesetzlichkeiten unterliegt, stellt für die Bewirtschaftung eine echte Herausforderung dar. ...

Rote Liste-Fund beim Freischneiden - Hirschzunge im Ostritzer Stadtwald entdeckt

Abb. 1: Vorkommen der Hirschzunge (Asplenium scolopendrium L.) im Ostritzer Stadtwald. © Tim Heidelk

Abb. 2: Europäischer Ausschnitt aus dem weltweiten Verbreitungsareal der Hirschzunge (Quelle: FloraWeb, zuletzt abgerufen am 04.02.2026).

Für die Durchführung von Pflanzaktionen ist häufig eine umfangreiche Vorbereitung der Pflanzflächen nötig. Beim sogenannten Freischneiden wird unerwünschte Begleitvegetation (z.B. Brom- und Himbeeren) entfernt, um so für die jungen Bäume einen Konkurrenzvorteil zu schaffen. Dass es sich lohnt, bei den Freischneide-Arbeiten genau hinzuschauen, zeigt der kürzliche Fund eines Hirschzungenfarnes (Asplenium scolopendrium L.). Die auch als Hirschzunge bezeichnete Pflanze aus der Familie der Streifenfarngewächse (Aspleniaceae) gilt laut Rote Liste Sachsen (Schulz, 2013) für das Bundesland als „ausgestorben oder verschollen“ (RL 0) und konnte im Rahmen von Freischneide-Maßnahmen im Ostritzer Stadtwald entdeckt werden (Abb. 1). 

Die Hirschzunge besiedelt in der Regel sickerfeuchte Schluchtwälder, Blockschutthalden und schattige Felsen. Als kalkliebende Art ist sie zudem an Mauern und Lössböschungen sowie in Brunnenschächten anzutreffen. Grundsätzlich handelt es sich um einen Frischezeiger auf überwiegend mittelfeuchten Böden und mit einem ozeanischen Verbreitungsschwerpunkt einschließlich des westlichen Mitteleuropas (Abb. 2).......

Wölfe, Bäume, Bodentiere Waldkunsttage als Familienwoche

Kindgerecht erklärten Wolf und Rabe die Lebensgemeinschaften im Wald und deren ökosystemare Leistungen. © Helga Zumkowski-Xylander

Vom 5. bis 10. Oktober 2025 veranstaltete das IBZ St. Marienthal (Ostritz) eine Familienwoche der besonderen Art: die „Waldkunsttage“. Helga Zumkowski-Xylander hatte dieses innovative und partizipative Bildungsformat entwickelt und es gemeinsam mit Ralf Assmann als Kunstpädagogen umgesetzt. 

12 Familien und insgesamt 39 Teilnehmende lernten bei Geländespielen, Spaziergängen und Exkursionen im Neiße-Durchbruchstal mit Erläuterungen der Biologen des IBZ viel Neues über die einheimischen Wälder und deren Bedeutung, ihre Tier- und Pflanzenwelt, die Forstwirtschaft, Auswirkungen des Klimawandels und die Ökosystemleistungen. Eingeführt und vertieft wurde dies durch altersgruppengerechte Kurzvorträge und biologische Präsentationen, die zum Beispiel die Betrachtung von Bodentieren mit Hilfe von Stereomikroskopen beinhalteten. Das Interesse und die Begeisterung, gerade der Kinder, für diese Angebote sprang schnell auch auf die Eltern über.....

Die Hähersaat – natürliche Waldverjüngung mit Unterstützung des Eichelhähers

Jugendliche beim Bau von Häherkästen im IBZ St. Marienthal (Ostritz). © Helga Zumkowski-Xylander

Jugendliche werden aktiv

Der Eichelhäher ist ein wichtiger Helfer bei der natürlichen Waldverjüngung. Im Herbst legt sich der Vogel einen Wintervorrat an und versteckt Eicheln, Bucheckern und Nüsse im Boden. Dabei transportiert er die Samen teils mehrere hundert Meter weit und vergräbt sie einzeln oder in kleinen Gruppen. Da er viele Verstecke nicht wiederfindet, keimen die Samen im Frühjahr – neue Bäume entstehen. Auf diese Weise trägt der Vogel maßgeblich zur Verbreitung vor allem der klimastabilen Eiche bei.....

Der Naturwald im Hirschgrund – eine Chance für Natur und Region

Der Hirschgrund liegt unmittelbar am Steinbach. © Dr. Michael Schlitt

Der Wald im Hirschgrund ist ein besonderer Ort. Direkt am Steinbach gelegen, prägt er das Landschaftsbild, beeinflusst das lokale Klima und ist für Menschen in Ostritz ein vertrauter Teil ihrer Umgebung. Alte Bäume, kühles Waldklima und naturnahe Strukturen machen ihn zu einem wertvollen Lebensraum – für Tiere, Pflanzen, Pilze und auch für Menschen.

Die Oberlausitz-Stiftung (Görlitz) ist Eigentümerin eines fast zwei Hektar großen Waldgebietes im Hirschgrund in der Gemarkung Ostritz, das Au- und Schluchtwälder an einem naturnahen Bach mit angrenzenden seggen- und binsenreichen Nasswiesen sowie Streuobstwiesen umfasst. 

Das Team Oberlausitzer Zukunftswald vor Ort

Stand beim Schulfest der Neiße-Grundschule (Görlitz) am 10.06.2025. © Dr. Michael Schlitt

Die Sommer- und Herbstsaison 2025 nutzte das Team der Initiative Oberlausitzer Zukunftswald, um sich bei zahlreichen Veranstaltungen, Märkten und Tagungen zu präsentieren. Ziel war es, möglichst viele Menschen über die Aktivitäten und Beteiligungsmöglichkeiten zu informieren und so für ein Engagement für den Schutz des Waldes und die Notwendigkeit des ökologischen Waldumbaus zu sensibilisieren. 

Thematisch passende Einzelveranstaltungen wie beispielsweise das Schulfest der Neiße-Grundschule Görlitz im Juni unter dem Titel „Wald, Wiese und Natur“ boten die Möglichkeit, schon die Kleinsten und ihre interessierten Eltern für die Anliegen unserer Initiative zu begeistern. Dabei wurden die Themen Biodiversität und deren Erforschung in kindgerechte Formate übertragen: Ein Baumarten-Memory vermittelte den Artenreichtum einheimischer Gehölze, verschiedenste Moose und Flechten konnten in Becherlupen betrachtet oder unter dem Binokular erforscht und eigene Proben auf dem Gelände gesammelt werden. Ergänzend dazu gab es auch ein kleines Kreativ-Angebot, bei dem die Kinder selbst Buttons zum Anstecken mit extra für die Initiative Oberlausitzer Zukunftswald erarbeiteten Motiven gestalten konnten....

Die Initiative Oberlausitzer Zukunftswald ist ein Verbundvorhaben der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung (Görlitz), des Internationalen Begegnungszentrums St. Marienthal (Ostritz) und der Oberlausitz-Stiftung (Görlitz). Die Initiative wird gefördert im Rahmen des Förderprogramms „Kommunale Modellvorhaben zur Umsetzung der ökologischen Nachhaltigkeitsziele in Strukturwandelregionen (KoMoNa)“ durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV). Weitere Informationen zur Initiative auf unserer Webseite.
Wenn Sie diese E-Mail (an: beate.windfege@gmx.de) nicht mehr empfangen möchten, können Sie diese hier kostenlos abbestellen.
Oberlausitz-Stiftung
Dr. Michael Schlitt
Mühlweg 12
02826 Görlitz
Deutschland

+49 3581 7671350
info@oberlausitz-stiftung.de
https://oberlausitz-stiftung.de